© www.hgeiss.de   Vom Leben der Echraner


Von der Ernährung

Wer sein Haus mit morschen Balken und schlechtem Mörtel baut, wird damit auf Dauer nicht froh werden. Euerem Automobil würdet ihr niemals falschen Kraftstoff tanken und dem Motor ungeeignetes Öl zumuten. Doch auch unser Körper braucht für seinen Aufbau und Unterhalt ebenfalls die richtigen Stoffe, auch wenn er ein extrem belastbarer Organismus ist, der lange Zeit Mangelsituationen ausgleichen kann.

Viele Krankheiten werden durch falsche Ernährung verursacht, bei anderen ist sie beteiligt. Der Beweis dafür: mit dem Vordringen der Ernährungsgewohnheiten der Industrieländer in andere Kulturkreise, haben sich dort auch deren Krankheiten verbreitet, oft waren sie zuvor gänzlich unbekannt.

Die Hauptursache für viele Gebrechen glauben wir in der gedankenlosen Verarbeitung der Nahrung entdeckt zu haben. Je mehr Nahrung verändert wird, umso weniger entspricht sie derjenigen, die unsere Art über Jahrmillionen überleben und gedeihen ließ. Das Nahrungsangebot in den Industrieländern zeichnet sich vor allem durch die Notwendigkeit der Konservierung aus, denn Nahrung mußte eine haltbare Handelsware werden, da Erzeuger und Verbraucher weit auseinander liegen. So wurden immer neue Techniken entwickelt sie lagerfähig zu machen, wovon Trocknen und Gefrieren die schonendsten sind. Doch was heute alles in Dosen, Tuben, Beuteln, Schachteln und Flaschen in den Verkaufsregalen der Supermärkte steht, hat mit Nahrung, wie sie uns angemessen wäre, kaum mehr etwas zu tun: sterilisiert, homogenisiert, ausgemahlen, vorgefertigt und mit zahllosen lebensfeindlichen Zutaten geschönt und haltbar gemacht. Von diesem wertlosem, ja oft schädlichem Zeug müssen die Menschen leben. Besser leben davon schon eine Viel­zahl von Interessengruppen - angefangen bei den Produzenten, den Verarbeitern und ihrer Zulieferindustrie, die chemische Industrie, der Lebensmittelhandel, die Transporteure und ihre Ausstatter, die Energiewirtschaft - schließlich diejenigen, die an den Folgen der Fehlernährung verdienen: die Pillendreher, Symptomkurierer, Hersteller von medizinischem Gerät und Prothesen, die Klinikbauer, die Versicherungen und ein Rattenschwanz von Bürokraten, die den ganzen Irrsinn verwalten.  

Diese Zustände sind uns ein abschreckendes Beispiel. Was ihr euch im Ernährungsbereich so zumutet, sind irrwitzige Massenversuche direkt an Menschen.  

Dabei ist es so einfach, sich gesund zu ernähren. Die wichtigste Regel ist, die Nahrung möglichst im Naturzustand zu verzehren, denn nur dann besitzt sie ihren optimalen Wert. Auch hier kann man viel von den wildlebenden Tieren lernen, denn diese treffen instinktiv die richtige Wahl. Da keines von ihnen Nahrung mit Feuer behandelt, sollte es der Mensch auch nicht tun, oder wenigstens nur mit einem Teil seiner Nahrung, denn Kochen und Braten sind menschliche Erfindungen. Obwohl jeder weiß, dass Hitze Lebendiges tötet und der Gebrauch des Feuers entwicklungsgeschichtlich betrachtet eine vergleichsweise junge Fertigkeit ist, wird die Nahrung mit der größten Selbstverständlichkeit dem Feuer ausgesetzt. Doch mit dem Abtöten der Nahrung verändert sich auch ihre innere Struktur und damit ihr Gehalt. Schon vor langer Zeit haben Forscher vor dem Erhitzen gewarnt und dass ausschließlich mit erhitzter Nahrung gefütterte Tiere erkranken, unfruchtbar werden und schließlich sterben. Tiere, die rohe Nahrung bekommen, gedeihen dagegen prächtig. Wir Echraner haben daraus gelernt. Etwa die Hälfte unserer täglichen Nahrung besteht aus Rohkost, vor allem aus Obst, Nüssen, Blatt- und Wurzelgemüse und gekeimten Getreide und anderen Samen und aus Milchprodukten und Eiern. Der erhitzte Anteil besteht aus Getreide, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, gedünstetem Gemüse, aus Brot, und Gebäck. Wir trinken Wasser, frischen oder vergorenen Fruchtsaft, rohe Milch, auch Bier und Wein. Auch Brühgetränke wie Kräutertee oder Früchtekaffee sind recht beliebt. Gesüsst wird, wenn überhaupt, mit Honig. Reiner Zucker wird wegen seiner Gefährlichkeit in Echra nicht hergestellt, auch mit reinen Fetten gehen wir eher sparsam um.

Ich möchte mich hier nicht in Einzelheiten verlieren, die Forscher und Lebensreformer schon seit Jahrzehnten predigen. Nur soviel: Hitze zerstört die Vitalstoffe, verändert das Eiweiß, laugt basisch wirkende Mineralstoffe aus, so dass die denaturierte Nahrung schließlich den Körper übersäuert und die Körpersäfte mit der Zeit die Alkalireserven in den Knochen und Zähnen plündern, was Entmineralisierung bedeutet und Zahnverfall, Osteoporose und Gelenkschäden. Zuviel Eiweiß und Fett lagert sich in den Blutgefässen ab, verhärtet und verengt vor allem die feinen Arteriolen und führt in der Folge zu Herz-Kreislauferkrankungen usw. Wichtig ist die Erkenntnis, dass es beim Essen nicht auf die Menge ankommt, sondern auf die Qualität, also auf die Frische und den Vitalstoffgehalt der Nahrung. Die Energieausbeute, etwa aus einer leichten pflanzlichen Rohkost, ist bedeutend größer, als etwa aus einem schweren Fleischgericht, für das der Körper oft mehr Leistung für die Verdauung einsetzen muss, als er herausholt. Eine leichte frische pflanzliche Speise dagegen belastet den Körper dagegen nicht und bringt ihm, was er benötigt. Aber dies kann jeder leicht an sich selber ausprobieren und nicht selten verbessern sich hartnäckige Leiden, manchmal verschwinden sie sogar völlig.  

Unterstreichen will ich noch, dass echranische Ernährung nichts mit Entbehrung oder Askese zu tun hat. Essen ist uns sehr wichtig und ich kenne keinen Echraner, der sich nicht als Feinschmecker fühlt. Bei rohem Obst und Gemüse darf der Mensch nach Herzenslust schlemmen, ohne auf die Menge achten zu müssen. Sollte dies nicht als Beweis dafür ausreichen, was die richtige Nahrung für uns Menschen ist?