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Über Gesundheit

Unser Körper ist das Ergebnis einer langen Evolution und so geradezu ein Wunder an Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit. Unser Körper verträgt nicht nur ein vernünftiges Maß an Belastung, sondern braucht diese zu seiner Gesunderhaltung. Es wäre ein verhängnisvoller Fehlschluss, würden sich Menschen in allem schonen, um ja nicht zu verschleißen. Von schädlichen einseitigen Belastungen abgesehen gilt, dass uns gerade ständige Übung leistungsstark erhält. Die meisten Krankheiten entstehen nicht durch den vernünftigen Gebrauch von Kopf und Körper, sondern durch den Nichtgebrauch. Wer rastet, der rostet! Dieses Sprichwort gilt für die Muskeln, die bekanntlich unter einem Gipsverband schnell an Masse verlieren, ebenso für die Gelenke, deren Schäden in den seltensten Fällen von Abnutzung kommen. Es ist gültig für die Knochen, die Zähne und auch für die Funktionsfähigkeit des Gehirns. Der Körper baut überall dort Masse und Kompetenz ab, wo sie nicht gebraucht wird. Wer sich nicht bewegt und belastet, dessen Knochen verlieren Substanz und damit Festigkeit und Härte. Gleiches gilt für die Zähne, nichts hält sie so gesund wie reichliches Beissen und Kauen. Die denaturierte Zivilisationskost entmineralisiert sie zudem durch Säuren von außen und innen.  

Unser Körper kann viel leichter einen Mangel von Speisen verkraften, als ein Zuviel davon, denn er versteht es aus dem Vorhandenen noch das Letzte herauszuholen. Doch mit Überfluss über längere Zeit, kann er nicht umgehen und erkrankt.  

Auch wenn intellektuelle Leistungsfähigkeit nur bedingt von der Hirnmasse abhängt, so sollte es doch zu denken geben, dass Haustiere um etwa ein Drittel weniger Hirn haben als ihre wildlebenden Artgenossen, weil sie sich um ihr Überleben nicht kümmern müssen. Da sich die Natur keinen überflüssigen Ballast leistet, baut sie die überflüssige Hirnmasse ab. Ob beim bequemen, gedankenfaulen Menschen nun auch ein Masseverlust stattfindet oder nur die Schaltungen und Zugriffsmöglichkeiten "einrosten“ ist unwesentlich. Die Erfahrung lehrt: Wer sein Gehirn nicht dauernd fordert, wird geistig träge. Bei alten Menschen, die in Heime kommen und sich um nichts mehr kümmern müssen, vielleicht auch noch durch ein körperliches Gebrechen in ihren Kontakten eingeschränkt werden, ist schnell ein deutlicher geistiger Verfall festzustellen. Nur wer Körper und Kopf ausreichend beschäftigt, hält sich gesund und leistungsfähig. Man übt seinen Körper auch für den Geist und diesen für den Körper. Und auch Klugheit wächst nicht auf Sattheit, diese macht nur träge, nur die Not macht wendig.

Aber dass Gesundheit das Ergebnis körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens ist, weiß man nicht nur in Echra. Wir bemühen uns aber sehr die Wechselwirkungen von Körper, Seele, Geist und Lebensverhältnissen zu erkennen, denn letztere schlagen sich körperlich nieder. Der gesunde oder kranke Mensch wirkt zudem unterschiedlich auf das soziale Umfeld und kann dort Gleichgewicht oder Störung erzeugen. Die Welt wirkt auf uns und wir wirken auf sie. Unsere Gedanken und Gefühle, erst recht unsere Worte, können gesund oder krank machen. Worte können Medizin sein, aber auch die weitreichendsten Waffen, die es gibt!  

Weil dies so ist, sind viele euerer Krankheiten eine Folge euerer kranken Lebens und Arbeitsbedingungen. Selbst wenn durch Verbesserung von Hygiene und Ernährung, durch den Einsatz von bakterientötenden und entzündungshemmenden Arzneien und die technischen Verbesserungen von Diagnose- und Operationstechniken euere durchschnittliche Lebenserwartung gestiegen ist, wird doch niemand in diesem Zusammenhang ernsthaft von Gesundheit sprechen wollen, denn die Menschen sind kränker denn je. Im übrigen ist die höhere Lebenserwartung vor allem eine Folge der Senkung der Kindersterblichkeit. Auch wenn viele der alten Seuchen besiegt zu sein scheinen - die moderne Zivilisation hat für jeden Hydrakopf, den sie beseitigte, eine Vielzahl neuer erzeugt. Ganze Wirtschaftszweige leben von den Krankheiten der Menschen und es wäre eine wirtschaftliche Katastrophe könnten euere Ärzte statt der Krankheitssymptome die Ursachen der Leiden bekämpfen!