© www.hgeiss.de   Vom Leben der Echraner


Von der Kleidung

Da wir in einer gemäßigten Klimazone mit warmen Sommern und kalten, schneereichen Wintern leben, muss unsere Kleidung diesem Wechsel entsprechen. Eine Kleidermode, wie ihr sie kennt, gibt es in Echra nicht, weil niemand von dem dauernden Wechsel von Rocklängen, Kleiderformen und Farben einen materiellen Vorteil ziehen kann. Unsere Kleidung ist zu allererst zweckmäßig, vielleicht gerade dadurch auch ästhetisch ansprechend. Extreme Formen sind die Ausnahme, denn zu enge oder zu weite Kleidung behindert ihren Träger oder degradiert ihn zum Kleiderständer. Offenbar bilden sich mit der Zeit von alleine optimale Formen heraus, mit einer gewissen Toleranz nach den verschiedenen Seiten.

Dennoch gibt es in Echra keine langweilige Einheitskleidung, denn alles Uniformierte ist uns ein Greuel. Ja, ich behaupte sogar, dass euere Mode alleine durch die Massenfertigung viel uniformer ist, als die echranische Bekleidung, die sich zumeist jeder selber anfertigt. So trägt jeder quasi seine eigene Mode, was zu einer großen Vielfalt an Formen und Farben führt. Die benötigten Tuche beziehen wir übrigens entweder von unseren Zeitdörfern oder wir weben sie uns selber.  

Wir setzen – nebenbei bemerkt – unsere Haut auch gerne der frischen Luft und den Sonnestrahlen aus. Letzteres meiden wir aber zu Zeiten, wenn sie am höchsten steht. Wir arbeiten lieber in den Vormittags- oder den späten Nachmittagsstunden im Freien. Die Mittagszeit verbringen wir gerne faulenzend, lesend oder musizierend im Schatten der Bäume.  

Dass sich viele von euch - scheinbar als Ausgleich für das ganzjährige Eingesperrtsein in Büros und Fabriken - während der Urlaubswochen in der Sonne regelrecht grillen, ist uns wieder ein Beweis für die Entartung eurer Denkweise, weil doch selbst der einfältigste Hund in der Hitze den Schatten aufsucht.  

Was verweichlichte Stallmenschen frösteln lässt, wird von  abgehärteten Echranern oft noch als angenehm empfunden, denn die menschliche Haut und das isolierende Fettgewebe darunter passen sich der jeweiligen Lebensweise an. Wir glauben, dass dieses dauernde Gefäßtraining unserer Haut auch unserer Gesundheit förderlich ist. In der kalten Jahreszeit tragen aber auch wir wärmende Kleidung aus Pflanzenfasern oder Wolle.