© www.hgeiss.de   Vom Leben der Echraner


Nachwort

Seit ich mein Utopia vor zwanzig Jahren gedanklich zu entwickeln begann, hat sich die Welt weiter zum Negativen hin verändert. Was früher Kolonialismus und Imperialismus hieß, heißt nun schönrednerisch Globalisierung. Nicht die entlegendsten Ecken der Erde sind heute mehr vor der industrieellen Barbarei sicher. Wie eine Krankheit befällt der westliche Materialismus alle Kulturen und zerstört immer mehr die gewachsenen Eigenheiten der Völker. Doch auch die Gegenbewegung gegen diese schleichende kulturelle Vergewaltigung in Form von religiösem Fanatismus und Terror ist alles andere als ein Fortschritt für diese Erde.

Trotz einer Erdbevölkerung von mittlerweile 6,5 Milliarden Menschen wird weiterhin die Automatisierung vorangetrieben, immer mehr wird mit immer weniger Menschen produziert, selbst in den ärmsten Ländern der Erde. Die Arbeitslosigkeit steigt weltweit, ebenso die Landflucht. Der Reichtum hat sich in noch weniger Händen konzentriert und die Armut nimmt zu, auch in den reichen Ländern.

Das Artensterben in Flora und Fauna geht ungebremst weiter. Trotzdem wir mittlerweile schon einen furchtbaren atomaren Gau erlebt haben, werden immer noch Atommeiler gebaut, obwohl noch immer keiner weiß, wie der strahlende Abfall entsorgt werden könnte. Naturkatastrophen haben an Häufigkeit und Heftigkeit zugenommen, Klimaveränderungen sind Realität geworden.    

Mit dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten ist auch ein Stück Hoffnung auf eine gerechtere Welt verloren gegangen. Durch das Wegfallen dieser Konkurrenz hat es der Kapitalismus auch nicht mehr nötig sozial zu tun, immer häufiger zeigt er wieder offen seine Raubtierfratze. Und doch sind die sozialistischen Experimente vor allem an ihren inneren Widersprüchen und ihren kleinkarierten und/oder unmenschlichen Führern gescheitert. War die Hoffnung vieler denkender Menschen Anfang der achtziger Jahre danach einmal grün, so läuft einem heute die Gänsehaut, wenn man sieht, was daraus geworden ist. Nichts hat dieses Gedankengut mehr neutralisiert, als es zu Partei- und Regierungspolitik zu machen.   

Als gute Nachricht kann man das Ausbleiben des atomaren Overkills werten, doch unverändert tickt die Zeitbombe des nuklearen Schrottes und noch immer stehen Unmengen von Atomsprengköpfen startbereit in ihren Silos.

Diese unvollständige Schilderung möge belegen, dass die Welt eine Echranisierung weiter dringend nötig hat. Doch die gescheiterten Experimente der bisherigen Weltverbesserer machen wenig Hoffnung, denn die Bestrebung ist das eine, die Wirklichkeit eine andere und nicht selten werden die best gemeintesten Vorgaben zu Horrorszenarien.

Bleibt also nur, die Welt treiben zu lassen und zu hoffen, dass sich Schlechtes immer wieder von alleine zum Guten wandelt und nicht zuviel gut gemeintes zum Schlechten. Sich selber sollte man aber nicht treiben lassen und sich jeden Tag aufs Neue um Lebenskunst bemühen und prüfen, welche Teile des Alltags sich echranisieren lassen.