© www.hgeiss.de   Vom Leben der Echraner


Von echranischer Technik

Wie schon mehrfach angedeutet, werden in Echra nur nützliche Dinge hergestellt, die weder in Herstellung noch Gebrauch die Biosphäre irreversibel schädigen. Rohstoffe, die nicht wieder nachwachsen, müssen so sparsam wie möglich verwendet werden, damit auch zukünftige Generationen noch darauf zurückgreifen können. Alle geeigneten Materialien werden nach ihrem Gebrauch gesammelt und wiederverwertet, z. B. Metalle, Glas und Papier.

Wir Echraner glauben, dass viel technisches Gerät unnütz ist und Menschen und Natur mehr schaden als nützen. Oder gibt es eine Maschine, die uneingeschränkt gelobt werden kann? Jede, auch die friedlichste und auf den ersten Blick nützlichste, hat einen Rattenschwanz unbeabsichtigter, schädlicher Nebenwirkungen, oft in  Lebensbereichen, die der Mensch in seiner Kurzsichtigkeit oft lange Zeit gar nicht bemerkt, denn Menschen schlussfolgern linear, Maschinen wirken exponentiell. Sie greifen nicht nur in der gewünschten Weise für den gewünschten Zweck in die Welt und ihre Abläufe ein, sie zerstören schon, bevor sie überhaupt den beabsichtigten Nutzen erzeugen und selbst der ist, wie die Erfahrung zeigt, auf lange Sicht - zumal, wenn man den Wert für das Leben insgesamt betrachtet - unnütz oder schädlich. Die Maschinen, ersonnen die Menschen von Mühsal zu befreien, haben nicht größere Freiheit, sondern mehr Abhängigkeit gemacht.

Mir ist bekannt, dass in euerer Zivilisation geglaubt wird, nur neue, intelligentere Technik könne die Wunden heilen, die durch die alte zerstörerische Technik gerissen worden sind. Wir Echraner sind nicht dieser Ansicht, denn die Wunden der Natur kann nur die Natur selber heilen. Was nicht bedeutet, dass man euere Atommeiler und euere Massenvernichtungswaffen einfach sich selbst überlassen darf und warten, dass Gras darüber wächst. Doch wer hofft, dass jene klügere Technik, die man als Ersatz ersinnt, nicht auf eine irgendeine Art neuen Schaden erzeugt, erst recht in einer Welt, in der das Geld regiert, ist wohl ein Träumer.

Die Technik macht auch vor der Seele nicht halt, wer mit Maschinen lebt, bekommt ein Maschinenherz, sagt eine uralte östliche Weisheit.  

Damit kein falscher Eindruck entsteht - auch bei uns in Echra gibt es technisches Gerät. Wir haben Kooperativen die Metalle erzeugen und verarbeiten, Glas schmelzen, Werkzeuge, Getreidemühlen, Fahrräder, Solaranlagen usw. herstellen. Andere produzieren Papier, Tuche, Farben, Musikinstrumente, Bücher und andere notwendige Dinge. Doch im Unterschied zu euerer Zivilisation stellen wir nur soviel her, wie be­nötigt wird, die Produktion ist uns kein Selbstzweck. Da wir sehr auf die Langlebigkeit der Güter achten und pfleglich damit umgehen, wird auch nur selten Ersatz fällig, denn jede Art von Verschwendung ist uns zuwider. Wir sagen, der Mensch darf nur zwei Dinge verschwenden und dies maßlos: Liebe und Phantasie!