© www.hgeiss.de   Vom Leben der Echraner


Echranische Weltsicht

Wir Menschen sind Geschöpfe dieser Erde und unser Leben ist in vielfältiger Weise mit dem übrigen Leben verwoben. Diesem möglichst wenig zu schaden und seine Vielfalt und sein Gedeihen zu fördern, liegt daher in unserem ureigensten Interesse. Auch die Voraussetzungen des Lebens, seine Bausteine, wie Erde, Wasser, Luft, müssen mit Rücksicht behandelt werden, denn ihre Vergiftung oder gar Zerstörung kann auch uns schädigen.  

Wir Menschen haben, wie alle anderen Lebewesen, das Recht auf Versorgung mit dem Nötigen und Zuträglichen. Unersättliches Habenwollen darüber hinaus begreifen wir als Geisteskrankheit, die schuld ist am traurigen Zustand der Welt. In Echra genießt daher rücksichtsvoller Verbrauch hohes Ansehen, ebenso der Grundsatz der Nachhaltigkeit, also nur soviel zu verbrauchen, wie wieder nachwächst.  

Wir Menschen sind nur eine Lebensform unter vielen, auch wenn uns die Fähigkeit Hilfsmittel zu gebrauchen zu den mächtigsten aller Lebewesen gemacht hat. Die beeindruckenden technischen und kulturellen Leistungen verleiteten uns zur Überheblichkeit und zur Geringschätzung der übrigen Lebewesen. Irgendwann glaubte unsere Art außer der Natur zu stehen, die sie zum bloßen Objekt für menschliche Interessen degradierte, zu Nahrung, Werkzeug und Rohstoff. Diese Weltsicht führte zu unheilvoller Distanz zur Natur und wurde mit jeder Generation selbstverständlicher. Irgendwann rechtfertigte man diesen menschenzentrierten Rassismus auch metaphysisch und schuf sich einen Gott nach dem eigenen Bilde. Doch dieses Weltbild ist so einfältig wie jenes, das die Erde als Scheibe und als Mittelpunkt der Welt sah, um den Planeten und Sterne kreisen.  

Mit dem Grad an Einsicht in die Komplexität der Welt und unsere Eingebundenheit darin, wächst die Bescheidenheit. Um als Art auf lange Sicht überleben zu können, brauchen wir Bedingungen, die nicht wesentlich von denen abweichen dürfen, in denen sich unsere Evolution vollzogen hat. Somit müssen wir die Natur vor unserer eigenen Maßlosigkeit und Beschränktheit schützen.

Wir sollten zudem bedenken, dass wir zwar von der Natur abhängig sind, diese aber auf Menschen schadlos verzichten kann.